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Varanasi Indien: Chaos auf den Strassen der heiligen Stadt

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Es ist stickig warm, als wie die sagenumwobene Stadt am Ganges, Varanasi, am Mittag nach einer langen Zugfahrt erreichen. Mit einem Tuk Tuk vollbeladen geht es erstmals ins Hotel. Kurz einchecken und danach füllen wir unseren leeren Magen im Hotelrestaurant.

Am Nachmittag haben wir freie Zeit für uns und wir entscheiden uns für einen kleinen Spaziergang ums Hotel. „Verdammt“, schiesst es uns durch den Kopf, „jetzt haben wir die Kamera gerade wieder eingepackt!“ Macht nichts, denn der Anblick, der sich uns am Strassenrand zur Linken bietet, brennt sich direkt auf meiner Netzhaut ein.

Wildschweine, Affen, wunderschön farbige Vögel oder grosse Eidechsen. Mitten in der Stadt. Mit ihren glänzenden Schnauzen wühlen sie in einem riesigen Haufen Müll nach Fressen. Vögel landen auf ihren Rücken und picken in ihrem zerzausten Fell. Eine Plastikflasche rollt von ihrer Müllinsel auf die Fahrbahn bis fast vor die Klauen einer abgemagerten Kuh. All das kannst du hier jeden Tag sehen.

 

Die Gassen hier sind dicht und überfüllt. Schon jetzt fällt uns das geschäftige Treiben in den Strassen von Varanasi auf. Fertig Ruhe von Orchha nun sind wir wieder in einer Grossstadt angelangt.

 

Überall werden religiöse Utensilien verkauft, von goldenen Kelchen, intensiv duftendem Sandelholz, orangenen Leichentüchern oder Räucherstäbchen. Auf dem Rückweg zu unserem Hotel kreuzen zahlreiche Kühe und streunende Hunde unseren Weg. Der Boden ist schmutzig und schlammig, übersät mit den ausgespuckten Überresten von Betelnuss und Kautabak. Vor allem der viele Kuhmist auf den Strassen hält dich fit. So kannst du nicht einfach deinen Kopf ausschalten und gerade aus laufen, nein schau immer auf den Boden sonst riecht es dann später im Hotelzimmer irgendwie komisch…

Hier im Zentrum von Varanasi, der heiligsten Stadt der Hinduisten, offenbart sich uns: der Wahnsinn einer Grossstadt in Indien, wie wir ihn uns immer vorgestellt haben. Nur dass Varanasi von allem noch mehr ist: noch lauter, noch voller, noch dreckiger.

Kurz vor dem Hotel sehen wir vier Erwachsene mit drei Kindern in einem TukTuk. Ein Karren randvoll mit Bananen. Ein zweiter, auf dem sich Pakete turmhoch stapeln. Drei junge Männer auf einem Roller. Alle drei starren mich an. Genau wie die beiden Mädchen auf der Rikscha schräg vor uns. Ich winke Ihnen kurzerhand zu. Sie winken, zu meiner Überraschung, überschwänglich zurück. Natürlich haben die Freude, denn wir könnten mit so vielen Selfies mit den Indern sogar noch Geld verdienen 😉

Um 18 Uhr geht es von unserer Lobby weiter zur Abend Zeremonie am Ghat.

 

Aarti Zeremonie

Der allabendliche Höhepunkt in Varanasi ist jedoch die Aarti Zeremonie am Dasaswamedh Ghat sein. Wir steigen wenige Treppen bei einem Haus empor und hatten von dort oben eine wahnsinnig schöne Sicht auf die Zeremonie und vorallem kein Gedrängle oder nervige Mücken. Die Zeremonie startet mit jeder Menge Feuer, Tanz und Gesängen. Mit diesen wird dem heiligen Ganges ein rituelles Opfer gebracht. Junge Religionsgelehrte in farbenfrohen Roben schwenken Räucherstäbchen und Feuerlampen in ausgeklügelten Bewegungsmustern zu streng rhythmischen Gesängen und Klängen von Zimbeln. Die sehenswerte Choreographie hat etwas beeindruckend Magisches. Zum Abschluss lassen die Inder kleine Blumenlichterschiffchen zu Wasser.

 

Der nächste Morgen startet um 9 Uhr in der Lobby. Heute gibt es eine Planänderung. Da der Fluss Ganges vom Monsunregen total überfüllt ist, können wir keine Flussfahrten machen. Für uns sehr sehr schade, denn wir haben uns sehr auf diese Flussfahrt gefreut.
Nichts desto trotz geht unser Ausflug in den 13 km entfernte kleine Stadt Saranath. Mit dem Tuk Tuk rattern wir in 45 Minuten zu dem Buddha Tempel. Knapp ausgestiegen, schüttelt uns dort der einheimische Guide die Hand und führt uns zum Eingang.


 

Sarnath ist eine sehr kleine Stadt, aber sie hat eine bedeutende Bedeutung für Buddhisten auf der ganzen Welt als der Ort, an dem der Buddhismus geboren wurde. Sarnath ist für Buddhisten das Mekka für Muslime: der bedeutendste aller heiligen Orte.

Chaukhandi stupa

Direkt neben der Chaukhandi Stupa befindet sich die höchste BuddhaStatue der Welt (24,3m). Die Statue wurde 1997-2011 als Freundschaftsprojekt zwischen Indien und Thailand aus Sandstein gefertigt.

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