Blog,  Neuseeland,  Reiseziele

Tongariro Alpine Crossing

„Es ist die schönste Wanderung in Neuseeland“, sagen viele sowie auch der Reiseführer. Und wir müssen zugeben: So ganz unrecht haben sie damit nicht. Eins steht fest: Der Tongariro Alpine Crossing erfordert ein wenig Ausdauer, ist aber für fast alle machbar. Planst du bald eine Reise auf der Nordinsel von Neuseeland und möchtest den Treck ebenfalls gehen? Wenn du von uns wissen möchtest, was dich erwartet, dann lies diesen Artikel. Wir verraten dir nämlich ein paar Tipps.

1. Tongariro Alpine Crossing: Tipps für Anfahrt & Übernachtung

Wir wählen den winzigen Ort Mango Tepopo als Ausgangsbasis für unsere Wanderung. Wir übernachteten jedoch am Lake Taupo auf dem kostenlosen Camping Übernachtungsparkplatz. Es ist von hier aus bis zum Parkplatz, wo uns der Shuttlebus abholt, zwar noch 1:10 h zu fahren. Wir wollten jedoch am Vorabend nicht mehr weiter fahren und entschieden uns für diesen wunderschönen und vor allem ruhigen Übernachtungsplatz. Die Umgebung ist trotz der unmittelbar in der Nähe liegenden Autostrasse sehr idyllisch, das viele Grün und den Ausblick auf den See mögen wir sehr. Einziger Nachteil: Es war unglaublich windig und daher auch knapp 11°C in der Nacht! Vor allem in der Nacht froren wir trotz halbwegs dicker Decken sehr.
Wir sind mit dem Reiseführer von Dumont Reiseführer Neuseeland unterwegs. Damit kommen wir sehr gut zurecht und informieren uns vorwiegend mit diesem Buch. Klare Empfehlung!

2. Die für uns richtige Ausrüstung für den Treck

  • Hose: Wir sind mit langen Trekkinghosen gestartet. Sandra hat nach kurzer Zeit die Hosenbeine abgetrennt und Thomas hat den ganzen Track in langen Hosen absolviert. Je nach Jahreszeit kannst du bestimmt auch kurze Hosen tragen. Je nach Wind ist es eher kühl und wenn die Sonne scheint ist es angenehm warm.
  • Schuhe: Wir legen dir gute Trekking oder sogar Wanderschuhe ans Herz. Es müssen aber keine halbhohen Bergstiefel sein. Wir haben uns für unsere Salomon Trekkingschuhe entschieden. Sie sind für diese Wanderung wirklich perfekt. Bitte trage keine Turn- oder Halbschuhe für diesen Treck! Obwohl du diese Schuhe unterwegs immer wieder antreffen wirst.
  • Pullover/Jacke: Nimm eine wind- und warme Jacke oder Pulover mit. Oben auf dem Berg kann es extrem windig bis stürmisch sein. Darunter reicht wiederum ein T-Shirt oder Sweatshirt. Einfach so, dass du bei Sonnenschein die Jacke ausziehen kannst.
  • Kopfbedeckung: Sonnenbrille, Sonnencreme und Kappe können ebenfalls nicht schaden. Denn die Sonne auf der Spitze oben, brennt je nach Saison recht auf die Haut.
  • Verpflegung: Wichtig ist, dass du genügend Wasser dabei hast. Umso mehr umso besser, denn du kannst unterwegs kein Wasser nachfüllen. Ausserdem empfehlen wir dir ein leckeres Picknick auf dem Berg zu essen. Früchte, Karotten, Sandwich, ein wenig Schokolade für den Zucker und wenige Nüsse helfen dir wunderbar, damit du den Track gut überstehst.

3. Das Tongariro Alpine Crossing

Shuttle Service bis zum Ausgangspunkt
Wir haben unser Auto im Park und Ride abgestellt. Auf dem Parkplatz befinden sich noch gleich Toiletten und Duschen. Die Duschen kannst du jedoch nur mit einem Kiwi-Key benutzen. Diesen Key solltest du direkt im gegenüber liegenden Bahnhofhaus gegen Bezahlung erhalten. Da wir diesen nicht benutzt haben, können wir auch nicht mehr dazu schreiben.
Pünktlich um 7 Uhr am Morgen holt uns hier der Shuttlebus ab. Diesen Shuttlebus musst du im Voraus online für 40 NZD pro Person buchen. Hier ist die Webseite dazu: www.
Ein wenig ärgerlich, denn um diese Busfahrt kommst du nicht herum. Es sei denn du nimmst einen um einiges längeren Fussweg in Kauf. Wenn die gesamte Route offen ist (was nicht immer der Fall ist), musst du dir aber ohnehin eine Alternative überlegen, denn die Wanderung endet in diesem Fall an einem ganz anderen Punkt (Ketetahi Carpark). Mehr dazu später.
Die Wanderung beginnt: Zuerst gemütlich
Zunächst spazieren wir im Gänsemarsch und hinter vielen anderen Wanderer hintereinander her. Yeah, wer uns beim Wandern kennt, der weiss, dass diese Art von Wandern überhaupt nichts für uns ist. Erster Gedanke von uns: „Also von mir aus könnte es ruhig ein bisschen fordernder werden, damit wir die Menschenmasse hinter uns lassen können“ – Wird es auch, keine Sorge.

Der erste steile Aufstieg
Nach gut einer Stunde erreichen wir die ersten Toiletten. Keine Panik es gibt unterwegs 4 Toiletten, was für uns erstaunlich ist, auf einer Wanderung so viele Toiletten anzutreffen. Ab diesem Punkt geht es ständig bergauf. Meist sind es Treppen. Gedanken, die wir noch im Tal hatten, tauchen hier nicht mehr auf. Mittlerweile jagt ein „Wann sind wir endlich oben?“ das nächste.
Aber wir sind so mit der wunderschönen Aussicht und Fernsicht beschäftigt, dass wir gar nicht an die Kilometer oder an die Zeit denken können.

 

Kleines Detail am Rande, welches wir kurz vorher schon angesprochen haben: Du bist nicht alleine, denn an einem durchschnittlichen Tag gehen etwa 1’500 andere Hobby-Bergsteiger dieselbe Wanderstrecke.
Nach knapp 2 Stunden erreichen wir den Schicksalsberg aus Herr der Ringe. Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich schön!

Fast am Gipfel
Der letzte Abschnitt ist üblich der steilste und windigste. Geröll und Steine machen die Sache zu einer rutschigen Angelegenheit, die wir nicht ganz ungefährlich finden. Trotz gutem Schuhwerk kannst du hier ausrutschen und daher ist hier viel Aufmerksamkeit und Vorsicht angebracht.
Spätestens beim Ausblick auf die Emerald Lakes und den Blue Lake sind jedoch alle Anstrengungen vergessen. Oben angekommen gibt es zuerst etwas zu trinken und ein wenig zu knabbern.

Wichtig ist, dass du genug Wasser und Essen mitnimmst, denn oben wirst du es brauchen. Unterwegs gibt es absolut keine Chance auf etwas Ess- oder Trinkbares, aber das ist ja üblich auf Wanderungen ;-)! Wir haben Wraps, Nüsse, Traubenzucker und Früchte sowie 3 Liter Wasser mit. Dieser Moment da oben am Gipfel ist einer der eindrucksvollsten von all unseren Reisen seither. Der Ausblick ist einfach unbeschreiblich, unwirklich, surreal.

Nun müssen wir die steile Piste vom Emerald Lake hinunter kragseln, was überhaupt nicht angenehm ist. Denn der Wanderweg ist eine Sand und Geröll Piste und du hast überhaupt keinen Halt. Froh sind wir unten angekommen geht es gleich weiter.
Der Weg zum Ketetahi Parkplatz, wo der Shuttlebus auf uns wartet, ist nicht mehr besonders. Es gibt viele langgezogene Treppen und es geht stetig bergab. Auf dem Weg siehst du noch einige rauchende Schlote gesehen.

Wieder „nach Hause“
Die Rückreise zum Park and Ride erfolgt wieder per Shuttlebus. Der Bus bringt dich ab 13:30 Uhr im 30 Minuten Takt zurück zum Park and Ride. Du solltest dich bis spätestens 17:30 Uhr im Tal befinden ansonsten bezahlst du für den Shuttlebus Aufpreis und musst ihn telefonisch kontaktieren.

Aber keine Angst, erstens ist die Zeit wirklich grosszügig berechnet und zweitens hat der Fahrer eine Liste mit all euren Namen und fährt nicht ohne euch wieder zurück. Wenn du kein Extremsportler bist, dann nimm dir für den restlichen Tag nichts mehr vor. Wir sind gut trainiert und uns hat der Marsch nicht so extrem zugesetzt wie anderen auf dem Parkplatz. Dennoch war diese Wanderung einfach unglaublich eindrucksvoll und wir würden sie jederzeit wieder machen, wenn wir könnten! Ehrlich, lasst sie nicht aus!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.