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Speyer

Manchmal musst du gar nicht weit in die Ferne reisen, um Neues zu entdecken 🙂 Und so kam es, dass wir dieses Jahr an Ostern auf die Idee kamen, an einem wunderschönen FrĂŒhlingswochenende Ende April in das StĂ€dtchen Speyer zu fahren, um uns das dortige Technik Museum, Sea Life, Historische Museum und den Dom anzuschauen. Alles war nĂ€mlich völlig neu fĂŒr uns.

 Historische Museum

Unser erster Anlaufpunkt am heutigen Karfreitag war das Historische Museum, das direkt am Dom Platz gebaut wurde. Im 2. Obergeschoss findet zurzeit die „Marilyn die unbekannte Monroe“ statt. Sehr spannend die Mythos von Monroe zu sehen.
-> Sie gilt vielen als Sexsymbol des 20. Jahrhunderts!

 

Öffnungszeiten

Du kannst das Historische Museum in Speyer von Dienstag bis Sonntag besuchen. In der Regel ist es von 10 bis 18 Uhr geöffnet, bis auf einige kleine Ausnahmen, wie Heiligabend oder Silvester.

Eintrittspreise & Kombiticket

Die Eintrittspreise fĂŒr das Historische Museum variieren, je nachdem, ob du unter der Woche oder am Wochenende dahin möchtest:

  • Erwachsene: 12 Euro
  • Kinder ab 6 Jahren / Studenten: 4 Euro
  • Besucher mit Behindertenausweis: 10 Euro
  • Familienkarte: 28 Euro
Am Wochenende gibt es jeweils einen Aufschlag von 2 Euro.

Im Sea Life Aquarium Speyer

Mit einer vorab online-Buchung mit „Vor Ort nur noch Handyticket vorzeigen“ kannst du Zeit sparen, wenn die Schlange am Eintritt lang ist. Als wir kamen (13.30 Uhr), konnten wir ohne Warten an die Kasse. Gleich nach der Kasse kommst du in eine Art „EinfĂŒhrungs-Zimmer“, in welchem ein kurzer aber informativer Intro-Film gezeigt wird.
Ab dem ersten Raum kannst du voll in die Aquarien-Welt eintauchen. Diese hier ausfĂŒhrlich zu beschreiben, wĂŒrde den Rahmen des Berichts sprengen. Deshalb nur einige subjektive Fakten:
Die Vielfalt der gezeigten Fische und Meereslebewesen ist atemberaubend. Die Gestaltung der einzelnen RĂ€ume, Becken und Anschauungselemente ist unglaublich vielfĂ€ltig, spannend und lehrreich. Gerade an die Kinder und eine kindgerechte ErklĂ€rungen wurde ĂŒberall gedacht. Egal ob Lesen, Tasten, FĂŒhlen, RĂ€tseln, Mitmachen oder mit Stanzer einen Sticker knipsen. Die Macher haben hier ein absolut durchdachtes Konzept an den Tag gelegt. Keine eckigen Glasbecken, wie im Zoohandel, sondern jedes Aquarium ein detailliert gestaltetes Unikat – sowohl in Farbe, Form, Grösse, Inhalt etc. . Hut ab fĂŒr diese unglaublich tolle Gestaltung und natĂŒrlich auch die exotische Vielfalt an kleinen, farbigen und auch grossen Fischen! Wir könnten hier mit offenem Mund unzĂ€hlige Stunden bis Tage verbringen!
FĂŒr uns Erwachsenen war es deutlich anzumerken, dass der Besuch im SEA LIFE SPEYER etwas wirklich Besonderes ist, das ĂŒber den ĂŒblichen Zoo-Besuch hinaus geht.
Trotz all des Lobes hier noch einige subjektive DĂ€mpfer: die Ausstellung ist wie am Fliessband aneinander gereiht. Vom ersten bis zum letzten Raum geht es wie in einem Bergwerksstollen immer weiter voran. Mal weiten sich die RĂ€ume ein Wenig, mal ist es wieder wirklich eng und dĂŒster. Bleibst du einmal lĂ€nger stehen, drĂ€ngen sich andere Besucher in der Enge vorbei und die Kinder ellbögeln sich an die Fenster. Willst du nochmal zurĂŒck zu einem anderen Becken, lĂ€ufst du quasi gegen den Strom und muss sich regelrecht durch die nachfolgenden Besucher hindurch quetschen – und erntet den ein oder anderen genervten Blick oder eben auch Ellbogen. Dies erweckt (bei mir) leider das GefĂŒhl nicht lĂ€nger stehen bleiben „zu dĂŒrfen“ und immer mit dem Strom schwimmen zu mĂŒssen. Schaust du dir das GebĂ€ude nach dem Besuch von aussen nochmals an, wird schnell klar, dass innen kein Zentimeter Platz verschenkt werden konnte, um all die tollen Becken unterzubringen. Da wir zu einem Zeitpunkt da waren, wo meines Erachtens garnicht so viel Ansturm herrschte, muss sich dieses Empfinden bei grösserer Besucherzahl noch mehr aufdrĂ€ngen.

Technik Museum in Speyer

Letzter Anlaufpunkt war das im Jahr 1991 eröffnete Technik Museum Speyer, das nur ein paar Minuten zu Fuss von unserem Übernachtungsplatz entfernt ist. Und bei dem Anblick gerĂ€tst du schon leicht aus der Fassung: Neben einigen „kleineren“ Flugzeugen beherrscht eine riesengrosse Boeing 747 der Lufthansa das GelĂ€nde, die mehrere Meter hoch ĂŒber dem Boden thront. Ein Wahnsinns-Anblick. Die Neugierde auf das Museum wurde immer grösser und du kannst dieses Museum gar nicht verfehlen, denn sogar vom Torbogen in der Innenstadt kannst du das Flugzeug vom Technik Museum bestaunen.

Parken

Das Museum hat mehrere eigene ParkplĂ€tze. FĂŒr gerade mal 2 Euro kannst du hier den ganzen Tag stehen bleiben – wirklich ein fairer Preis.

Öffnungszeiten

Das Technik Museum in Speyer kannst du an 365 Tagen im Jahr besuchen. In der Regel ist es von 9 bis 18 Uhr (Montag bis Freitag) bzw. bis 19 Uhr (Samstag, Sonntag, Feiertage) geöffnet, bis auf einige kleine Ausnahmen, wie Heiligabend oder Silvester.

Eintrittspreise & Kombiticket

Die Eintrittspreise fĂŒr das Technik Museum variieren, je nachdem, ob du noch in das IMEX Kino möchtest oder in das Schwester-Museum nach Sinsheim möchtest:
  • Technik Museum Speyer: 16 Euro
  • Technik Museum Speyer + IMEX Kino: 21 Euro
  • Technik Museum Speyer + Sinsheim + jeweils IMEX Kino: 38 Euro

Ausstellungen in der Liller Halle

Da es draussen schon schön heiss war, war schnell entschieden, dass wir erst einmal durch die erste grosse Halle gehen, bevor es uns wieder hinaus verschlĂ€gt. Die sogenannte „Liller Halle“ ist eine Industriehalle aus dem Jahr 1913, die unter Denkmalschutz steht. Bestaunen konnten wir in der Halle jede Menge Lokomotiven, Oldtimer, MotorrĂ€der, Flugzeuge, historische Feuerwehrfahrzeuge sowie ein grosses, altes Karussell.

Eine kleine Besonderheit in der Halle sind die 1 €-Automaten: Wirfst du vor einem Exponat einen Euro in den jeweiligen Automaten, wird das Exponat zum Leben erweckt. Hinter einer Glasscheibe kannst du beispielsweise zuschauen, wie sich eine alte Lokomotive in Gang setzt und Dampf entwickelt. Die ohrenbetĂ€ubenden GerĂ€usche sind wirklich beeindruckend. Es gibt auch einige mechanische Musikinstrumente, die auf Wunsch Musik spielen: Nach einer Zahlung von 1 € oder 50 Cent spielt z.B. die alte Orgel bekannte Melodien und fĂŒllt mit ihrer Musik die ganze Halle. Auf der zweiten Ebene der Liller Halle gibt es noch eine kleine Modellbahn-Ausstellung, welche auch sehr sehenswert ist.

Das AussengelÀnde des Technik Museums

Von der Liller Halle kommst du auf mehreren Seiten auf das AussengelĂ€nde. Durch die sehr grosszĂŒgige FreiflĂ€che kannst du hier aussergewöhnliche Grossexponate ausstellen, denen du so nah wahrscheinlich nirgendwo anders kommt. So findest du hier verschiedene Kampfhubschrauber, DĂŒsenjets, Flugzeuge, Panzer, Motoren, Schiffe, Fahrzeuge, Eisenbahnen u.v.m.
Highlight ist definitiv die Boeing 747-230 der Lufthansa, die den Namen „Schleswig-Holstein“ trĂ€gt und sehr dominant hoch ĂŒber dem GelĂ€nde thront. Das Flugzeug wurde ursprĂŒnglich im Oktober 1978 in Betrieb genommen und hob insgesamt 16’374-mal in die Luft. In fast 100’000 Flugstunden transportiere die alte Lady immerhin knapp 5 Millionen Passagiere. Zahlen, die wirklich unvorstellbar klingen. SpektakulĂ€r ist, dass du das Flugzeug betreten darfst. Über ein etwa 20 Meter hohes Gestell kannst du in das Flugzeug hineingehen und dir den Innenbereich auf zwei Ebenen anschauen. Ein Blick in die First-Class, in der damals 8 Passagiere Platz hatten, sowie in das sehr enge Cockpit ist ebenfalls möglich – beides befindet sich auf der zweiten Ebene. Von der linken TragflĂ€che, die begehbar ist, hast du einen guten Überblick ĂŒber das GelĂ€nde des Museums und die Stadt Speyer. Sogar in den entkernten Frachtraum kannst du gehen. Ich war da noch nie…
Ein weiterer Hingucker ist die russische Antonov An-22, die zu den grössten Propellerflugzeugen der Welt gehört und seit 1999 auf dem GelĂ€nde des Technik Museum Speyer ist. Die Antonov wurde ursprĂŒnglich als ziviles und militĂ€risches Transportflugzeug konzipiert und konnte auch auf unwegsamen GelĂ€nde landen, d.h. im Notfall war eine Graspiste ausreichend. Besonders beeindruckend ist der riesige 33 Meter lange und 4,4 Meter breite Laderaum, den du vollstĂ€ndig begehen kannst.

Die Weltraumaustellung in der Halle 2

Nachdem wir uns ĂŒber eine Stunde in der KĂ€lte aufgehalten haben, waren wir ganz froh, dass wir dann wieder in eine Ausstellungshalle konnten. Neben der Liller Halle gibt es nĂ€mlich noch eine weitere Halle, die auf einer FlĂ€che von ĂŒber 5.000 mÂČ etwa 600 Exponate der Raumfahrt zeigt. Und das von den frĂŒhen AnfĂ€ngen in den 1960er Jahren bis zur aktuellen Zeit.
Highlight in der Halle ist das russische Spaceshuttle Buran 002, das hoch oben in der Halle hĂ€ngt. Das Shuttle ist 36 Meter lang, 16 Meter hoch und wiegt schwere 70 Tonnen. Mit dem Butan-Projekt wollte sich die russische Raumfahrtbehörde mit der amerikanischen NASA duellieren und entwickelte deshalb ihre eigenen RaumfĂ€hren. Bis in die 1980er Jahre testete man die Spaceshuttles, nur irgendwann ging den Russen das Geld aus. Die Buran 002, die hier im Museum Speyer ausgestellt ist, ist der Prototyp fĂŒr solch eine russische RaumfĂ€hre – quasi ein Testobjekt. Insgesamt hat sie 25 FlĂŒge in der ErdatmosphĂ€re durchgefĂŒhrt.
Weitere Sachen, die du in der Raumfahrthalle entdecken kannst, sind beispielsweise das Trainingsmodul des deutschen Weltraumlabors Spacelab, die Raumfahrt-Kapsel Sojus TM-19, ein Modell des Forschungsmoduls Columbus oder ein Nachbau des Wostok 1 Raumschiffs. DarĂŒber hinaus sind auch RaumfahrtanzĂŒge, ein Mondauto und zahlreiche weitere Raumfahrtexponate zu sehen. Nach etwa 4 Stunden haben wir zwar halb erfroren aber mit jeder Menge neuen EindrĂŒcken das Museum verlassen. Uns haben die Ausstellungen sehr gut gefallen, insbesondere die begehbaren Exponate haben es uns angetan. Technikliebhabern wĂŒrden wir einen ganzen Tag fĂŒr den Museumsbesuch empfehlen, denn die FlĂ€che ist wirklich riesig.
Es gibt ĂŒbrigens noch ein weiteres MuseumsgebĂ€ude, das du mit deinem Eintrittsticket besichtigen kannst: den Wilhelmsbau. Aus ZeitgrĂŒnden haben wir das leider nicht mehr geschafft. Wer sich aber fĂŒr mechanische Musikinstrumente, Moden des 18. und 19. Jahrhunderts, KĂŒnstlerpuppen und historische Waffen und Uniformen interessiert, fĂŒr den lohnt sich ein Besuch sicher allemal.

Der Dom in Speyer – ein UNESCO-Weltkulturerbe

Als erstes am Karfreitag sind wir zu Fuss entlang des Rheins zum Dom gelaufen, der sich im Zentrum von Speyer befindet. In gerade mal 25 Gehminuten hatten wir das Bauwerk ĂŒber den Domgarten schon erreicht.

Eine der bedeutendsten SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt Speyer ist wohl der Speyrer Dom, der seit fast 1’000 Jahren das Gesicht Speyers prĂ€gt. Gewaltig erhebt sich die mal grösste romanische Kathedrale der Welt vor uns. Sie ist auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes erbaut. Die Domkirche St. Maria und St. Stephan, wirkt erhaben aber im Innern schlicht und eher arm.

Der Speyerer Dom, der offiziell ĂŒbrigens ‚Domkirche St. Maria und St. Stephan‘ heisst, wurde im Jahre 1061 fertig gestellt und eingeweiht. Einige Jahre spĂ€ter wurde der Dom allerdings zur HĂ€lfte eingerissen, mit dem Ziel ihn noch grösser wiederaufzubauen. In dieser Zeit entstand auch die heutige Gestalt des Doms. Der Speyerer Dom ist heute die grösste erhaltene romanische Kirche der Welt und wurde 1981 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe-StĂ€tten aufgenommen. Wenn du im Innenraum des Doms stehst, wird dir das Ausmass erst einmal richtig bewusst: Das Mittelschiff ist bis zum Gewölbe 33 Meter hoch. Die GesamtlĂ€nge von den Eingangsstufen bis zur Aussenwand betragen stolze 134 Meter. Innen ist der Dom eher nĂŒchtern gehalten. Wir haben gelesen, dass der Dom aufgrund von Zerstörungen und PlĂŒnderungen fast seiner gesamten Ausstattung beraubt wurde. Nur einzelne Reliquien und wenige markante StĂŒcke sind noch zu sehen.
Über die belebte FussgĂ€ngerzone der Maximilianstrasse sind wir dann direkt vom Dom aus in die Innenstadt bis zum westlichen Stadttor Altpörtel gelaufen – vorbei an unzĂ€hligen Shops, Boutiquen, Restaurants und Eisdielen. Dass Speyer eine der Ă€ltesten StĂ€dte Deutschlands ist, siehst du auch, wenn du durch die Altstadt bummelst. Hier findest du kleine, sĂŒsse Gassen mit Kopfsteinpflaster sowie alte FachwerkhĂ€user.

Die Maximilianstrasse

Zwischen dem Dom und dem Altpörtel, dem westlichen Stadtor Speyers, liegt die breite Einkaufsstrasse. Sie ist nicht nur die Haupteinkaufsstrasse der Stadt, du findest zwischen Palmen und kleinen StrassencafĂ©s auch sĂŒdlĂ€ndisches Flair. Es hat schon fast was von Italien, Sehen und Gesehenwerden, wenn du hier deinen Cappuccino geniesst.
Entlang der Maximilianstrasse liegen das historische Rathaus und die Alte MĂŒnze mit dem hĂŒbschen Marktplatz. Den Jakobspilgern ist ein eigenes Denkmal gewidmet. In den kleinen Seitenstrassen lĂ€sst sich genĂŒsslich bummeln und shoppen. Ich habe sehr hĂŒbsche Boutiquen gesehen! Der Wochenmarkt auf dem Königsplatz bietet neben frischem Obst, GemĂŒse und Weinen aus der Pfalz auch Leckereien aus Frankreich.

Speyerer Kirchen

Es gibt so einige Kirchen in Speyer. Wer viel Zeit und Interesse mitbringt, sollte auch einen Blick in die protestantische Dreifaltigkeitskirche werfen, die eine aussergewöhnliche Inneneinrichtung aus Holz besitzt. Die GedĂ€chtniskirche hat den höchsten Kirchturm der Pfalz. Er ĂŒberragt sogar den Dom. Die Pfarrkirche St. Joseph bietet sehr schöne AltĂ€re des Kunstmaler Ronge.

Der Judenhof

In der kleinen Pfaffengasse befindet sich der Judenhof mit dem jĂŒdischen Museum SchPIRA, einem Ritualbad und der ehemaligen Synagoge. Da wir noch nicht viel ĂŒber die jĂŒdische Religion wissen, war es sehr interessant. HĂ€ttest du gewusst, dass Speyer im Mittelalter eine der bedeutendsten jĂŒdischen Gemeinden nördlich der Alpen beherbergte? Bereits im 11. Jahrhundert kamen Juden als Kaufleute und Bankiers aus Italien und Frankreich in diese Stadt.
Das Museum SchPIRA zeigt die Geschichte der jĂŒdischen Gemeinde sehr anschaulich mittels BildeinwĂ€nden und Objekten. So sind z.B. die hebrĂ€ischen Inschriften der Grabsteine auf dem ehemaligen jĂŒdischen Friedhof ĂŒbersetzt. Du erfĂ€hrst mehr aus dem Leben der ehemaligen Bewohner. Ein Film sowie ein Modell zeigt die Geschichte und den Aufbau der Synagoge von Speyer. Ich empfehle dir, ihn vor dem weiteren Besuch anzuschauen.

Die mittelalterliche Synagoge von Speyer

Von der Synagoge sind seit der Zerstörung Speyers im PfĂ€lzischen Erbfolgekrieg nur noch Ruinen erhalten. Da brauchst du schon etwas Vorstellungskraft beim Anschauen des GebĂ€udes. Interessant fand ich, dass auch bei der Synagoge die GebetsrĂ€ume von MĂ€nnern und Frauen getrennt wurden. So gab es fĂŒr die Frauen einen kleineren Raum, der nur sehr schmale Fenster enthielt, damit ihr Anblick die Herren der Schöpfung nicht vom Beten abhielt.

Das Ritualbad – Mikwe

Nun ging es fĂŒr uns zum dem spannendsten Teil des Judenhofes – der Mikwe. Über den kleinen Eingang fĂŒhrt eine steinerne Treppe tief hinab unter die Erde. Das Ritualbad liegt rund 10 Meter unter dem heutigen Strassenniveau, da du hier auf sauberes Grundwasser stösst. Es darf fĂŒr die Reinigung nur „lebendiges Wasser“, also Fluss-, Quell-, Grund- oder Regenwasser genutzt werden.

Die Mikwe dient zur Reinigung des Körpers und der Seele. Die Besucher tauchen ganz in das Wasserbecken ein. So reinigen sich Frauen nach der Menstruation, der Geburt eines Kindes oder vor der Hochzeit. MÀnner benutzen das Ritualbad vor der Hochzeit, dem Schabbat und dem Versöhnungstag Jom Kippur. Es soll auch nach jedem Geschlechtsverkehr empfohlen sein, was nach einem regen Besuch aussieht.

Wie bei unserer frĂŒheren Taufe, wird die Mikwe auch bei der Konversion in das Judentum genutzt. Ob die christliche Taufe sich aus dem Ritualbad entwickelt hat, vermag ich nicht zu sagen. Es liegt aber nahe, da Christentum, Judentum und Islam letztendlich gemeinsame Wurzeln haben.

Hinweis: Unser Aufenthalt wurde von Speyer Tourismus unterstĂŒtzt – Vielen Dank hierfĂŒr. Unsere Leser dĂŒrfen wie immer sicher sein, dass wir hier stets unsere Ansichten und Begeisterungen vertreten.

Unsere Übernachtung:

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