Das Dorf Ponikla ist der einzige Ort auf der Welt, wo das alte Handwerk der Hohlglasperlenherstellung bis heute bewahrt wird. Die ersten Perlenbläser haben hier ihre Werkstätten am Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und oft waren es ganze Familien, die ihren Lebensunterhalt mit Perlen verdienten. Damals wurden die Perlen vor allem für Modeschmuck oder zur Perlenstickerei verwendet und über grosse Exporthäuser in Jablonec nad Nisou in die ganze Welt verkauft. Am Anfang des 20. Jahrhundert entstand der erste Weihnachtsschmuck aus Glasperlen – als Reaktion auf die neue Mode des Baumschucks zur Weihnachtszeit. Die kleinen Perlenstücke fanden schnell ihre Bewunderer und sind zum begehrten Sammlerobjekt geworden. So auch bei uns 😊

Der Rundgang durch die Werkstätte von Ponikla

Heute besichtigen wir in der Manufaktur im Hauptgebäude und schauen uns den Produktionsprozess genauer an.

Blasen von Perlen aus Glasrohren, deren Versilbern, Färben und Trennen, bis zum Auffädeln des Weihnachtsschmucks. Alle Arbeitsschritte werden von Hand ausgeführt. Diese sechs Arbeitsschritte beobachten wir Hautnah während unserer Besichtigung der Kreativwerkstätte.

Unsere Besichtigung dauerte ca. 40 Minuten und endete im Firmenladen von Ponikla. Zum Abschluss der Werksbesichtigung konnten wir noch unter Anleitung der Mitarbeiter einen eigenen Weihnachtsschmuck basteln.

1. Schritt: Glasblasen

Ganz zu Beginn der Herstellung der Glasperlen für die Bijouterie wurden diese geblasen. Ein Glasrohr wurde dann über einen Brenner erhitzt, mit dem Mund hat man Luft hineingeblasen und so entstand eine Perle. Im Jahre 1887 wurde eine Perlenformmaschine mit einer zweiteiligen Form entwickelt. In der Form konnte man anfänglich 2 bis 8 Perlen auf einmal blasen.
Dank dieser Erfindung der Form und der Perlenformmaschine wurde die Arbeit viel schneller und alle Perlen hatten die gleiche Grösse, was die weitere Verarbeitung vereinfachte.

2. Schritt: Versilbern

Die geblasenen «Klautschen» kommen in den Versilberungsraum. Dort werden in die Glasperlen Silbernitratslösung eingespritzt. Somit sich das Silber von der Lösung an die Glaswände von innen reduziert.

3. Schritt: Färben

Zum Färben der Glasperlen werden grosse Glastauchlacke verwendet. Neben dem klassischen glänzenden und matten Lacken gibt es auch Lacke mit Spezialeffekten – zum Beispiel mit Frost- oder Porzellaneffekt. Im Raum, wo die Glasperlen gefärbt werden, muss konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen. Ansonsten kondensiert das Wasser und es würden sich Flecken in der Farbe entstehen.

4. Schritt: Bemalen

Vor allem grössere Perlen kommen noch in die Hände der Malerin, von der sie dekoriert werden. Die Farben werden eine nach der anderen aufgetragen und müssen immer gründlich trocknen. Zum Beispiel ein Weihnachtsmann mit drei Farben, muss von der Malerin drei Mal in die Hand genommen werden.

Neben den Farben, die mit einem Pinsel oder Schwamm aufgetragen werden, werden auch verschiedene Glitter verwendet. An der Stelle, wo Glitter aufgetragen werden muss, muss zuerst mit Klebstoff betupft werden und dann wird die Stelle mit Glitter bestreut.

5. Schritt: Schneiden

Erst beim Trennen der Glasperlen zeigt es sich, ob am Anfang gut geblasen wurde. Falls nicht brechen diese und dann müssen alle Arbeitsschritte wiederholt werden.

Perlen die grösser als 10 mm sind, werden auf der Maschine geschnitten. Kleinere Perlen würde mit der Maschine platzen, daher werden diese von einem speziellen Handmesser geschnitten.

Es ist ein grosser Vorteil, dass die Perlen am Stück sind und dass man sie auch in grössere Teile schneiden kann. Somit musst du nicht fünf einzelne Perlen auffädeln, sondern kannst direkt mehrere am Stück nehmen.

6. Schritt: Auffädeln

Sobald das Material für das Auffädeln vorbereitet ist, werden die Perlen auf einen dünnen Draht aufgefädelt.
Für die Mitarbeiter existieren keine universellen Anleitungen. Sie erhalten lediglich ein Muster, wie es am Schluss aussehen soll. Somit erstellt jeder Mitarbeiter seine eigene Handschrift.

Eine Reservierung online lohnt sich auch im Sommer (Monat Juli). Denn als wir vor Ort waren, war unser Kurs auch bereits ausgebucht…

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