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Kiruna

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Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens. Direkt vor der Uni haben wir bei strömendem Regen übernachtet. Am anderen Morgen ging es genau gleich weiter mit dem trüben Wetter. Da die grösste unterirdische Erzmine der Welt geschlossen hatte, konnten wir leider nur die Stadt mit dem Regenschirm und warmen Kleidern anschauen.

Nach knapp 1 Stunde Stadterkundung sind wir bei der wunderschönen und vorallem grossen Kirche von Kiruna angekommen. Das Touristenbüro hatte an diesem Sonntag leider auch geschlossen, so war die Stadt voll und ganz ausgestorben. Somit haben wir ein bisschen Geschichte mit unserem Reiseführer gelernt. Kiruna wurde im späten 19. Jahrhundert gegründet als Bergmannssiedlung für das nahegelegene Bergwerk am/im Kiirunavaara. Und daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Stadt mit nun fast 20’000 Einwohnern, die allesamt in irgendeiner Art und Weise vom Bergbau abhängen. Bis heute arbeiten am Bergwerk in Kiruna noch etwa 2’300 Menschen. Heute liegt das Hauptlevel des Erzabbaus bei unter 1’300 m, gemessen von der ehemaligen Spitze des Kiirunavaara, die mittlerweile gesprengt wurde. Warum? Sie war Teil des Eisenerzvorkommens. Ursprünglich galt das Eisenerzvorkommen hier als unerschöpflich. Und bis heute weiss noch niemand so genau wie viel Erz es hier wirklich gibt. Das gesamte Erzvorkommen ist an einem einzigen Stück von 80 m Breite, 4,5 km Länge und mindestens 2 km Tiefe. Wie tief es sich wirklich fortsetzt weiss niemand.

        

Anschliessend haben wir die Kirche von Kiruna besichtigt. Die Kirche ist gewissermassen einmalig in Schweden, denn sie ist stark von den norwegischen Stabkirchen beeinflusst und verfügt über alle Baustile die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden üblich waren, angefangen von der Neugotik über die Nationalromantik bis zum Jugendstil. Und da um diese Zeit Falurot zur Nationalfarbe Schwedens erklärt wurde, wurde die aus Russland importierten Holzteile auch mit dieser Farbe bemalt. 2001 wurde die Kirche in Kiruna als das eindrucksvollste Gebäude von der Zeit bis zu den 50er Jahren ausgezeichnet und das schwedische Volk ernannte sie bei einer Umfrage zur schönsten Kirche Schwedens. Wie das gesamte Zentrum Kirunas, so muss allerdings auch die Kirche umziehen, da sie sonst in den wachsenden Gruben des staatlichen Bergbauunternehmens LKAB versinken wird. Diese Geschichte zu lesen, war sehr beeindruckend.

Unsere Übernachtung:

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