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Kalkutta

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Mit rund 15 Millionen ist die Hauptstadt Westbengalens Kalkutta (oder Kolkata) die siebtgrösste Stadt Indiens. Kalkutta ist den meisten von euch wahrscheinlich durch Kinofilme wie „Piraten der Karibik“ bekannt, denn bis 1911 war Kalkutta das Zentrum des British-Empires in Indien, wichtige Industrie- und Handelsstaat und kommt dementsprechend oft in Seefahrer- und Piratenfilmen vor.

Für uns ist Kalkutta eine der chaotischsten Städte, die wir in Indien kennenlernen durften. In dieser Stadt herrscht so viel Armut, was wir nicht gedacht haben. Der Verkehr ist unvergleichbar, du kommst nur schwerlich voran, weil die Stadt auch sehr weitläufig ist und die Luft ist verschmutzt von Abgasen, Staub und Gestank. Hallo Husten und Schnupfen. Doch mit der Metro ist alles sehr einfach und vor allem günstig:-)

Doch welche Orte in Kolkata sind zu besuchen, ist die Frage, die von vielen Personen gestellt wird, die ihre Reise nach Kolkata planen. In diesem Artikel werden wir dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Kolkata näher bringen.

 

Kalkutta ist nach wie vor eine wichtige Handelsstadt Indiens. Vom Hafen tragen Männer unentwegt riesige, manneshohe Warenpakete auf ihren Rücken in die Stadt und verteilen sie an die Speicher. Überall stehen vollbeladene LKWs auf der Strasse, die Ware liegt auf den Boden, die Einwohner Kalkuttas wirren wir Wespen um ein Nest. Das alles hier scheint ein System zu haben, auch wenn wir es nicht erkennen und uns wie Hindernisse im geschäftigen Treiben der Stadt vorkommen. Immer wieder werden wir angerempelt, von den Autos angehupt und die Rikschas fahren uns beinahe über die Füsse oder eben mal in den Ellbogen.

 

Rikschas, ein gutes Stichwort! Denn Kalkutta ist der einzige Ort wo wir bisher in Indien besucht haben, wo wir Menschenrikschas sehen. Anstatt Mopeds oder Fahrräder werden in Kalkutta teilwiese noch Menschen vor die Rikschas gespannt. Ein Knochenjob, den die verschwitzten Rikschaläufer da haben. Bis zu zwei Personen und Gepäck ziehen die sehnigen Rikschaläufer an langen Holmen durch das Verkehrschaos. Und diese strenge Arbeit wird natürlich auch in Flip Flops ausgeführt wie jede andere Arbeit auch. Egal ob es ein Lochbohren auf der Hauptstrasse, Malerarbeiten, Schweissen, etc. Eigentlich gelten Laufrikschas in Indien als unmenschliche und veraltete Transportmethode und sind mittlerweile verboten, aber in Kalkutta gelten wohl andere Gesetze.

Googelst du die Stadt, so wird einem Kalkutta in den Suchtreffern als „Stadt der Freude“ angepriesen. Ein Slogan, der aber nur wenig mit der Realität gemein hat, denn ein Grossteil der Menschen in Kalkutta leben in bitterer Armut und kämpfen jeden Tag aufs Neue ums Überleben. Vielmehr ist Kalkutta die Stadt der indischen Slums und des Elends.

Trotz enormer sozialer Fortschritte in den letzten Jahren ist in der Stadt nach wie vor grosse Armut anzutreffen. Bettler, Obdachlose und Slums gehören zu Kolkata ebenso dazu wie touristische Highlights.

 

Seitenarm des Ganges – Hooghly

Ein wichtiger Teil des Lebens findet für die Einwohner von Kalkutta am Fluss Hooghly, einem Seitenarm des Ganges, statt. An den Steintreppen (sogenannte Ghats), die hinab zum Wasser führen, wimmelt es von Hindus, die hierherkommen, um sich von ihren Sünden rein zu waschen. Die Menschen baden im Wasser oder trinken es. Auch verbrennen die Hindus hier ihre Verstorben und werfen ihre Überreste dann in den Fluss. Vergleich ist hier Varanasi. Doch ausser Menschenleichen werden auch Tierkadaver und Abfälle in den Fluss geworfen, dementsprechend verschmutzt und verseucht ist das Wasser hier. (Ja wir freuen uns heute schon mal wieder sauberes Wasser zum Duschen benutzen zu können ;-))

Howrah-Brücke

Diese freitragende Brücke über dem Fluss Hooghly ist die kulturelle Ikone von Kolkata, die auch sehr funktional ist. Es wird täglich von mehr als 100’000 Fahrzeugen benutzt. Dieses Wahrzeichen von Kolkata ist heute als RabindraSetu bekannt. Es ist die sechstlängste, aber die meistbefahrene Auslegerbrücke der Welt. Die beste Sicht auf die Howrah Brücke bekommst du aus dem Millenium Park.

 

BBD – Bagh

Die Anfängerbuchstaben dreier bengalischer Freiheitskämpfer gaben dem Platz im alten britischen Zentrum seinen neuen Namen. Hier befindet sich das Verwaltungszentrum von Bengalen. Auch das Regierungsgebäude befindet sich für den Westbengalischen Gouverneur dort.

 

Victoria Memorial – Palastartige Struktur

 

Das Victoria Memorial ist eine palastartige Struktur in Kolkata, die für jeden Touristen ein «must» ist. Es beherbergt das Ölgemälde von Queen Victoria und enthält einen weitläufigen, 64 Hektar grossen Garten. Es beherbergt auch seltene Bücher aus der Vergangenheit.

Vergiss dabei nicht, die Park Street zu besuchen, wenn du am Einkaufen oder einfach schaulustig an den verschiedenen Märkten und Ständen interessiert bist.

Schriftstellerbau

Das Gebäude der Schriftsteller ist eine alte Struktur, die von den Briten für Schriftsteller der ehemaligen East India Company gebaut wurde. Das jetzige Schreibergebäude, das Sitz der Verwaltung der Regierung von Westbengalen ist, befindet sich am Dalhousie-Platz.

Birla Planetarium

Dies ist eines der grössten Museen in ganz Asien. Dieses Museum ist den Bereichen Wissenschaft, Umwelt und Kommunikation gewidmet. Wir haben dies jedoch aus Zeitgründen nicht besuchen können.

 

Diwali Feier

Heute Nacht erleben wir ein rauschendes Fest! Bei dem hinduistischen Lichterfest Diwali kommen Familien und Freunde zusammen, um gemeinsam den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und des Guten über das Böse zu feiern. Fünf Tage lang feiert Indien Diwali und liefert damit den Startschuss für eine ganze Reihe von Festen.

Diwali ist eines der wichtigsten hinduistischen Feste und wird im ganzen Land gefeiert, allerdings mit unterschiedlichen Traditionen und Schwerpunkten. Ich liebe es, dass die Menschen an Diwali wirklich zusammen kommen. Diwali ist eine Zeit der Familie und der Gemeinschaft. Die Strassen und Häuser sind mit Diyas, kleinen Öllampen aus Ton, beleuchtet – das schafft eine ganz besondere, festliche Atmosphäre.

Fazit zu Kalkutta

Kalkutta liegt nicht gerade auf der Standardroute eines Indien-Reisenden, und ich würde auch nicht unbedingt jedem raten Kalkutta zu besichtigen. Kalkutta wühlt auf, Kalkutta macht nachdenklich, Kalkutta ist Stress – und doch bin ich sehr froh dort gewesen zu sein. Kalkutta hat zwar keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten, doch die Stadt an sich ist sehenswert genug und gibt Einblicke in eine fremde, teilweise unverständliche Kultur. Kalkutta ist für Indien-Erfahrene! Wir empfehlen jedoch Kalkutta nicht als Start einer Indien-Reise zu wählen, sondern eher am Ende, wenn du schon viel von Indien gesehen und erlebt hast.

 

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