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Die Tempelbesichtigung von Bagan: Unsere Erfahrungen und Tipps

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Bagan, einer der vielleicht meistbesuchte Ort Myanmars, darf unserer Meinung nach bei keiner Reise durch dieses wunderbare Land fehlen. In der steppenartigen Landschaft ragen hier über 2’000 Pagoden in den Himmel. Deren Anblicke reihen sich – besonders bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang – in unsere magischsten Erlebnisse all unserer bisherigen Reisen ein.

Die Tempel von Bagan sind für uns ein Gesamtkunstwerk – daher unser Tipp: Mach dich nicht auf die Suche nach dem einen Ausblick, sondern lass die Vielzahl der Tempel mehrere Tage auf dich wirken. Wir haben uns für Bagan ganze 3 Tage Zeit genommen, um mit dem Rollen die vielen schönen und einzigartigen Tempel in Ruhe anzuschauen. Leider ist seit dem Erdbeben im Jahr 2016 das Betreten aller Pagoden verboten.

Die schönsten Aussichtsplattformen für den Sonnenuntergang in Bagan

Neben dem Sonnenaufgang (den wir uns erspart haben, weil wir beide nicht fit genug sind) ist der Sonnenuntergang in Bagan das absolute Tageshighlight. Wir haben keinen einzigen Sonnenuntergang ausgelassen und können dir das auch nur wärmstens empfehlen. Eine Pagode oder einen Aussichtshügel für den Sonnenuntergang zu finden, ist nicht ganz einfach. Also begeben wir uns am ersten Abend wie viele andere Touristen uns auf einen Aussichtshügel:

 

 

Sightseeing in Bagan: Die schönsten Pagoden

Die wichtigsten Tempel für zwei Tage

Steh unbedingt zeitig auf damit du möglichst viel von Bagan an einem Tag erleben kannst. Gönn dir anschliessend ein reichhaltiges Frühstück und einen aromatischen Kaffee, damit du gut gestärkt in den Tempeltag starten kannst. In diesem Kapitel verraten wir dir eine Tempelroute, die sich an zwei Tagen gut bewältigen lässt.

Wir selbst waren drei Tage von früh bis spät unterwegs, aber selbst nach einer Woche wäre uns nicht langweilig geworden. Übrigens: Wie du dich in Bagan am besten fortbewegst, verraten wir dir weiter unten in diesem Blogartikel.

Shwezigon-Pagode

Die Shwezigon-Pagode gilt als die wichtigste Pagode in Bagan. Sie befindet sich in der Nähe von Nyaung U. Stell dich darauf ein, dass du beim Südeingang von vielen Menschen und grossen Cars umgeben sein wirst– kein Wunder, denn die Shwezigon Pagode ist wirklich beeindruckend. Wir sind jedoch am Südeingang vorbei gerollt und sind beim Westeingang in die Pagode eingetreten. Dieser Eingang ist nicht stark besucht. Aufgrund ihrer mit Blattgold überzogenen Stupa erinnert sie uns ein bisschen an die Shwedagon Pagode in Yangon. Allerdings ist die Shwezigon-Pagode mit nur knapp 50 Metern Höhe schon deutlich kleiner und weniger pompös. Im Innern kannst du jedoch auch ein Blattgold in der Grösse 2 x 2 cm für 1’000 Kyat kaufen und an den Buddha kleben. Das bringt dir Glück!

 

Htilominlo-Tempel

Von der Shwezigon Pagode folgst du nun für 1 km der Hauptstrasse Richtung Alt-Bagan. Nach nicht allzu langer Fahrzeit gelangst du zum Htilominlo-Tempel. Der Htilominlo-Tempel ist zwar keiner dieser Tempel, die uns total vom Hocker gehauen haben, aber gerade, weil er entlang der Hauptstrasse liegt, finden wir den Zwischenstopp mehr als lohnenswert.

 

Mit seiner Höhe von 46 m und einer quadratischen Basis mit 43 m Seitenlänge wirkt der Tempel sehr massiv. Doch die rückversetzten Terrassen mit Stupas an den Eckpunkten und einem maiskolbenförmigen shikhara als Spitze, lassen den Tempel wieder harmonisch wirken.


 

Ananda-Tempel

Folgst du nun der Hauptstrasse Richtung Alt-Bagan, so gelangst du kurz vor den Toren der Stadt auf der linken Seite zum Ananda-Tempel. Die Ananda Phaya zählt für uns zu den absoluten Must-See-Tempeln in Bagan.

Schon von aussen sticht der weisse Tempel mit der goldenen Stupa aus der Menge an Tempeln ziemlich heraus. Kein anderer Tempel in Bagan ähnelt dem Ananda-Tempel und das macht ihn total faszinierend und einzigartig. Hinzu kommt, dass der Tempel sehr schön renoviert wurde.

 

Der Zugang erfolgt am besten durch den Nord- oder Westeingang, da die beiden anderen meist verschlossen sind. Im Inneren des Ananda-Tempels befinden sich – wie in sehr vielen buddhistischen Tempeln in Myanmar – vier riesige, stehende Buddas, die in die vier Himmelsrichtungen blicken.

Dhammayazika Pagode

Von den eher unbekannteren dafür aber der wuchtigste Tempel hat uns die Dhammayazika Pagode besonders gut gefallen. Da sie eher abseits liegt, waren ausser uns kaum andere Menschen vor Ort. So konnten wir die Pagode ganz in Ruhe erkunden.

 

Thatbyinnyu-Tempel

Der Thatbyinnyu-Tempel ist mit 60 Metern zwar das höchste, mit Sicherheit aber nicht das schönste oder am besten erhaltene Gebäude in Bagan. Dennoch lohnt sich ein Besuch und das hat einen Grund: Von einer nahegelegenen Pagode (ca. 50 Meter Richtung Westen, südlich des Shwegugyi-Tempels) hast du einen wirklich schönen Blick auf den Thatbyinnyu Tempel. 

 

Bupaya-Pagode

Das burmesische Wort „Bupaya“ bedeutet übersetzt „Kürbispagode“. Und wenn du vor der Bupaya-Pagode stehst, kannst du auch verstehen, weshalb: Deren Form erinnert nämlich stark an einen Kürbis. Die Pagode befindet sich in Alt-Bagan direkt am Ufer des Irrawaddy Flusses. Diese Bupaya-Pagode ist absolut einen Besuch wert, vor allem, weil sie so anders ist als die restlichen Tempel in Bagan. Du wirst staunen:

Gawdawpalin-Tempel

Der Gawdawpalin-Tempel liegt in Alt-Bagan nicht weit von der Bupaya-Pagode entfernt, daher haben wir ihn am Weg „aufgelesen“. Der Tempel ist klein und nett anzusehen. Wir finden allerdings nicht, dass er eines der ganz grossen Highlights ist aber trotzdem nicht unverzichtlich…

 

Last but not least – Sonnenuntergang in Bagan

Am Ende eines perfekten Sightseeing-Tages in Bagan kannst du nur noch auf das Wetterglück hoffen, um diese Sonnenuntergangs-Momente wirklich magisch und unvergesslich erscheinen zu lassen.

Transport in Bagan

E-Roller

Die Distanzen in Bagan sind keinesfalls zu Fuss zu bewältigen, auch wenn du zu Fuss fit bist. Dafür ist Bagan „leider“ viel zu weitläufig. Es gibt drei kleine Orte, die sich in Form eines Dreiecks um das Pagodenfeld herum befinden. Im Nordosten liegt Nyaung U, im Nordwesten Alt-Bagan und um Südwesten Neu-Bagan. Zwischen den drei Orten führt eine gut ausgebaute Strasse um das Pagodenfeld herum.

Das Fortbewegungsmittel Nummer eins in Bagan ist für uns zweifellos der gemietete Roller. Es gibt etliche Vermieterstationen an der Hauptstrasse an oder du kannst ihn sogar in deinem Hotel nach einem Roller fragen.

E-Roller fahren sich sehr ähnlich zu herkömmlichen Rollern, sind jedoch weniger leistungsstark und natürlich sehr leise. Die Kosten für einen Tag variieren je nach Vermieter. Wir konnten unseren Roller direkt im Hotel für 8’000 Kyat pro Tag mieten. Der Vorteil: Der Roller wurde jedes Mal, wenn wir zurückkamen, wieder aufgeladen.

Was uns auch gleich zum nächsten Punkt bringt: Der Strom eines E-Rollers hält nicht unbegrenzt. Je nachdem, wie neu oder wie vollgeladen der Scooter ist, kannst du damit erfahrungsgemäss ca. 5 Stunden durch Bagan brausen. Verabschiede dich also von der Vorstellung, dass du den Roller in der Früh ausleihst und dann nach Sonnenuntergang zurückgibst. Wir hatten nur einmal Bedenken, ob wir den Rückweg überhaupt noch schaffen (und siehe da es wurde wirklich sehr, sehr knapp).

 

Noch ein wichtiger Hinweis zu den Strassenbedingungen: Die Hauptstrassen sind asphaltiert und trotz einiger Schlaglöcher relativ einfach zu befahren. Generell fanden wir das Verkehrsaufkommen absolut in Ordnung und für halbwegs geübte Fahrer easy machbar. Wenn du dich abseits der Hauptstrassen bewegst, landest du eigentlich immer irgendwann auf einer Schotter- oder Sandpiste. Aber auch das ist zu meistern – es braucht ein wenig mehr Übung im Sand zu Fahren aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

 

Fahrrad

Sehr viel anstrengender, aber ebenfalls machbar ist es, Bagan mit dem Fahrrad zu besichtigen. Du musst dir allerdings dessen bewusst sein, dass es sehr, sehr heiss werden kann und die Sonne oft gnadenlos vom Himmel brennt. Hinzu kommt, dass die Tempel teilweise relativ weit voneinander entfernt liegen und kein Schattenplatz vorhanden ist. Ein Fahrrad auszuleihen macht in unseren Augen vor allem dann Sinn, wenn du Tempel ansehen möchtest, die relativ nahe beisammen liegen. Erfahrungsgemäss sind Fahrradfahrer in Bagan in der Minderheit, da das Fahren bei der Hitze und den Distanzen einfach sehr anstrengend ist. Und wenn du dich doch für ein Fahrrad entscheidest, nimm genug Wasser mit. Ein Fahrrad kostet pro Tag 3’000 Kyat.

Privater Fahrer

Solltest du nicht selbst mit dem Roller oder dem Fahrrad fahren wollen, kannst du dir ganz einfach einen privaten Fahrer inklusive Auto nehmen. Die Preise hierfür sind natürlich um einiges höher, dafür ist es ganz schön komfortabel. Mit etwas Glück erwischst du auch einen erfahrenen Guide, der dir zu den einzelnen Tempeln jede Menge Hintergrundwissen liefern kann. Den Preis wissen wir nicht, weil es für uns nicht Interessant war einen privaten Fahrer zu engagieren.

Pferdekutsche

Immer noch gibt es in Bagan die Möglichkeit, die Tempel mit der Pferdekutsche zu besichtigen. Wir persönlich halten davon ehrlicherweise nicht viel und möchten es daher auch nicht empfehlen. Gerade, wo es so viele andere Möglichkeiten der Fortbewegung gibt, muss es echt nicht sein, dass die Tiere sich bei der Hitze derart quälen müssen und allem voran in Reihe und Glied von Tempel zu Tempel zu bewegen ist gar nicht unser Ding.

 

Unser Hoteltipp für Bagan

Sehr empfehlen können wir dir unsere Unterkunft in Bagan, das Nanda Garden Hotel. Mit einer einzigen Voraussetzung: Du musst es mögen, mit dem Roller zu fahren, oder hast nichts dagegen, auf ein Taxi angewiesen zu sein. Denn das Hotel liegt ca. 15 Minuten Fahrzeit vom Zentrum in Nyaung U entfernt.

Von diesem kleinen Nachteil einmal abgesehen, ist das Nanda Garden Hotel wirklich absolut zu empfehlen. In den Zimmern (wir hatten die günstigste Kategorie gebucht) fühlst du dich sehr wohl und auch das Badezimmer ist schön. Sehr toll fanden wir, dass es täglich gereinigt wurde und das Wasser, Kaffe, Tee und Shampoo Sortiment wieder aufgefüllt wird. Obwohl wir am Schluss 6 Zahnbürsten und 6 Haarkämme erhalten hatten.

Das Frühstück haben wir täglich serviert erhalten (wohl aufgrund der geringen Anzahl an Hotelgästen). Da fanden wir es ehrlich gesagt etwas langweilig jeden Tag die selben Schälchen mit Fisch, Blumenkohl, Curry, Wurst, Bohnen. Doch ich habe einfach nach 2 Spiegeleier und Thomas nach seinem Toastbrot gefragt und die lieben Mitarbieter haben uns dies sofort serviert.

Ein paar praktische Tipps zum Besuch der Tempel von Bagan

Zunächst einmal ist wichtig zu erwähnen, dass du als Tourist ein Eintrittsticket kaufen musst, sobald du das Areal der Tempel („Bagan Archaeological Zone“) zum ersten Mal betrittst. Wir mussten dies bereits in der Taxifahrt vom Busbahnhof zum Hotel cash bezahlen. Dieses kostet derzeit 25’000 Kyat. Das Ticket gilt insgesamt 5 Tage und du musst dies immer bei dir tragen, denn an manchen grösseren Tempeln wird es kontrolliert und abgestempelt. Du kannst den QR-Code aber auch auf deinem Handy abscannen damit das hinterlegte Foto sichtbar ist.

Nimm dir für deinen Besuch der Tempel von Bagan unbedingt Kleidung mit, die Knie und Schultern bedecken. Ideal ist etwa eine weite lange Hose und ein T-Shirt. Denn bei vielen Tempeln ist es untersagt mit kurzen Hosen und Träger T-Shirt einzutreten und es gibt auch keine Sarongs zu leihen.

Bedenke auch, dass du bei jedem Tempel die Schuhe ausziehen musst. Wir schwören auf offene Schuhe, in die wir schnell reinschlüpfen können. Und ja, deine Füsse sind nach einem Tempeltag garantiert sehr schmutzig. Aber keine Sorge: Du gewöhnst dich daran und nicht nur deine Füsse werden schmutzig sein, denn auch deine Ohren werden am Abend roten Sand rausbringen…

Unser Fazit zu Bagan

Die Sonnenuntergänge von Bagan werden wir nicht mehr vergessen, die Stimmung ist unbeschreiblich und am liebsten wären wir noch 4 Tage länger geblieben, um der Sonne zuzuschauen. Wir hatten das Glück noch vor der Hauptsaison in Bagan zu sein und die Menge an Touristen war gut auszuhalten. Wir können uns vorstellen, dass dies im Dezember und Januar anders aussieht, aber der Sonnenuntergang entschädigt alles.

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